Sascha Kersken und Bastian Feder über Sinn und Unsinn von Dokumentationen und andere Dinge, die PHP-​Programmierer beschäftigen…

geschrieben von Cornelia Karl am 18. Januar 2011

Gerade eben ist das Video-​Training „Power-​Workshops PHP“ von Sascha Kers­ken und Bas­tian Feder erschie­nen. Wir von video2brain hat­ten sehr viel Spaß bei den Auf­nah­men, nicht nur auf­grund des völ­lig neuen Kon­zepts, das dabei zugrunde liegt. Doch dazu unten mehr. Ich habe mir erlaubt, den bei­den PHP-​Experten einige Fra­gen zu den Inhal­ten zu stellen:

video2brain, Cor­ne­lia Karl: Wie seid ihr beide auf die Idee zu die­sem Trai­ning gekom­men bzw. wel­che Gedan­ken haben Euch bei der The­men­aus­wahl bewogen?

Sascha Kers­ken, Bas­tian Feder: Die pro­fes­sio­nelle PHP-​Entwicklung ist unser täg­lich Brot. Mit den im Video-​Training prä­sen­tier­ten The­men haben wir Tag für Tag zu tun; es ist die Art und Weise, wie wir in der Pra­xis arbei­ten. Wir sind der Ansicht, dass sich auf diese Weise sta­bi­ler, siche­rer und nicht zuletzt ästhe­ti­scher PHP-​Code erstel­len lässt. Es gibt gerade in Web­fo­ren und Blogs zu viele Quick-​and-​dirty Hacks, und dem woll­ten wir etwas Posi­ti­ves ent­ge­gen­set­zen, um zu zei­gen, dass nicht PHP als Spra­che schlecht ist, son­dern ledig­lich man­che als angeb­lich toll ange­prie­se­nen Lösungs­an­sätze.

video2brain, Cor­ne­lia Karl:
Ein wich­ti­ges Kapi­tel sind die Neue­run­gen zu PHP 5.3. PHP 5.3 ist ja nun schon eine Weile am Markt. Wie seid ihr hier bei der Aus­wahl vor­ge­gan­gen und wel­chen beson­de­ren Nut­zen hat die­ses Kapi­tel für anspruchs­volle Software-​Entwickler?

Sascha Kers­ken, Bas­tian Feder:
Wir haben uns bemüht, alle wesent­li­chen Neue­run­gen der Ver­sion 5.3 im Trai­ning unter­zu­brin­gen und diese ein wenig nach Pra­xis­taug­lich­keit zu gewich­ten. PHP 5.3 bie­tet wirk­lich groß­ar­tige neue Fea­tures, und wann immer man sich in einem Pro­jekt dar­auf ver­las­sen kann, dass diese Ver­sion ver­füg­bar ist, sollte man sie nutzen.

video2brain, Cor­ne­lia Karl: Außer­dem sprecht ihr über die Objekt­ori­en­tierte Pro­gram­mie­rung. Wel­che Vor­aus­set­zung sind Eurer Mei­nung nötig, um den best­mög­li­chen Nut­zen aus die­sem Teil zu zie­hen und für wen ist er ins­be­son­dere gedacht?

Sascha Kers­ken, Bas­tian Feder: Die rei­nen Anfän­ger­the­men, also „Was ist OOP und wozu brau­che ich sie?“, haben wir bewusst außen vor gelas­sen. Dafür gibt es genug andere gelun­gene Trai­nings, Bücher und Webar­ti­kel. Unser Schwer­punkt ist eher die gute OOP-​Entwicklung (oder unsere Idee davon).

video2brain, Cor­ne­lia Karl: Ein wich­ti­ges Anlie­gen ist euch die Doku­men­ta­tion. „Nur gut doku­men­tier­ter Code ist guter Code“ wie Bas­tian sagt. Was wür­det ihr beide als erfah­rene Prak­ti­ker den Zuse­hern raten?

Sascha Kers­ken, Bas­tian Feder: Jeder, der schon mal frem­den — oder auch älte­ren eige­nen — Code war­ten oder erwei­tern musste, kennt das Pro­blem: Es kos­tet unend­lich viel Zeit und Mühe, sich durch den Code zu lesen, wenn die­ser schlecht oder gar nicht doku­men­tiert ist. Des­halb sollte jeder Ent­wick­ler früh­zei­tig ler­nen, dass jede Datei, jede Klasse, jede Methode und jedes Attri­but zumin­dest Doku-​Kommentare erhal­ten muss. Ein „keine Zeit“ oder „mache ich spä­ter, wenn alles erst mal läuft“ kann man hier nicht gel­ten las­sen, denn die Gefahr, dass die Doku­men­ta­tion dann ganz in Ver­ges­sen­heit gerät, ist viel zu groß. Zu den rei­nen Doku-​Kommentaren, die unmit­tel­bar die Ele­mente eines Pro­gramms erläu­tern, kom­men noch Tuto­ri­als, die eher das große Ganze und die Ver­wen­dung von Schnitt­stel­len erklä­ren.

video2brain, Cor­ne­lia Karl:
Quasi eine Welt­neu­heit in die­sem Trai­ning ist die Gesprächs­si­tua­tion, die ihr beide geschaf­fen habt. Also einer von Euch bei­den erklärt einen Zusam­men­hang, der zweite fun­giert als kri­ti­scher Zuhö­rer und stellt Fra­gen oder greift mit zusätz­li­chen Erklä­run­gen ein und schafft so eine Live-​Gesprächssituation, in der sich der Zuhö­rer mit sei­nen Fra­gen und Inter­es­sen wie­der fin­det. Gleich­zei­tig ent­steht so eine lockere Situa­tion, die ein­fach Spaß macht, mit­zu­ma­chen. Was ist aus Eurer Sicht hier beson­ders nütz­lich für unsere Kunden?

Als erfah­rene Trai­ner haben wir wohl ein Gespür dafür, was Schu­lungs­teil­neh­mer fra­gen könn­ten, und haben ver­sucht, die ent­spre­chen­den Fra­gen jeweils selbst ein­zu­wer­fen. Auch Schluss­fol­ge­run­gen und Reka­pi­tu­la­tio­nen las­sen sich in der Gesprächs­si­tua­tion leben­di­ger und ver­ständ­li­cher ver­mit­teln als in einem Ein­zel­vor­trag, bei dem stets latente Mono­to­nie­ge­fahr besteht. Des­halb war diese Her­an­ge­hens­weise von Anfang an Teil unse­res Plans, und nach einer gewis­sen Ein­ge­wöh­nungs­zeit ging uns das Ganze immer leich­ter von der Hand. Unse­rer Mei­nung nach kann das Ganze als Vor­bild für so man­ches Video-​Training dienen.

Danke an Euch beide für das kleine Inter­view, ich wün­sche Euch viel Erfolg beim Pro­gram­mie­ren und mit die­sem Video-​Training!

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