
Thomas Bredenfeld ist Autor des Video-Trainings “Webdesign & Automatisierung“, das entweder einzeln oder im Photoshop PowerWorkshops-Bundle erhältlich ist. Im folgenden Interview gewährt Ihnen Ihr Trainer schon vorab Einblicke in sein neuestes Video-Training.
Webdesign und Automatisierung – wie passt das zusammen? Wollen sich kreative Menschen mit Technik herumschlagen? Warum sollten sie das, wenn man doch lieber die Muse tanzen lassen möchte?
Th. Bredenfeld: Wenn man von kreativer Arbeit abgehalten wird, weil man stumpfsinnige, sich immer wiederholende Routinesachen zu erledigen hat, dann schafft Automation hier Freiräume. Es ist überlegenswert, ob man sich nicht näher mit Automatisierung beschäftigt, zumal Photoshop hier Möglichkeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbietet. Außerdem kann Programmieren und Skripten auch sehr kreativ sein, auf jeden Fall aber anregender als monotone Arbeit, die ein Automatismus dann schneller (und auch fehlerfrei) erledigen kann. Alles in allem ist so etwas immer eine Investition in die Zukunft, weil man solche Skripten und Aktionen ja immer wieder verwenden kann.
Wann setzt du Automatisierungen ein? Wo helfen sie dir im künstlerischen Alltag zwischen Bits und Bytes?
Th. Bredenfeld: Ich habe bei Panorama-Aufnahmen und bei meinen großformatigen Fotografien, die aus einer teilweise beachtlichen Anzahl Einzelbildern zusammengesetzt sind, bei den vorbereitenden Arbeiten sehr oft dutzende Male das Gleiche zu tun. Hier setze ich schon seit langem Aktionen ein und auch Scripting.
Wem würdest du dein Video-Training ans Herz legen und warum? Welchen Nutzen ziehen Photoshop-Begeisterte und Webdesigner daraus?
Th. Bredenfeld: Gerade im Webdesign gibt es eine ganze Reihe von möglichen Workflows, die von Photoshop ausgehen. Hier hat durchaus jeder seine Gewohnheiten und Vorlieben und denkt oft auch: “never change a running system”. Aber es ist oft interessant und lehrreich, – zumindest ist es mir immer wieder so ergangen – andere Workflows kennenzulernen. Und wenn es nur kleine Tricks sind, die man übernimmt, hat man schon einen Gewinn.
Bei Trainings verkaufe ich nie das, was ich vortrage, als den einzig möglichen Weg, sondern immer nur als Anregung und als Summe von zehn Jahren Erfahrung in unzähligen Projekten bei Webdesign mit Photoshop. Eine Zielgruppe sind sicher auch Photoshop-Profis aus anderen Bereichen wie z.B. Print, für die sich bei Webdesign-Aufgaben in Photoshop plötzlich eine ganz neue Welt auftut.
Worauf sollte man im Webdesign achten bzw. wie spannt man den Bogen zwischen Benutzerfreundlichkeit und ausgefallenem und ansprechendem Design einer Seite?
Th. Bredenfeld: Die Frage lässt sich eigentlich gar nicht seriös beantworten, denn zum einen sind die Anforderungen so unterschiedlich und zum anderen auch die Umsetzungen. Manchmal kann man designmäßig fast alles machen, z.B. im Kunstbereich oder in der Eigenwerbung, bei anderen Jobs ist man thematisch und/oder vom Auftraggeber schon so eingeschränkt, dass man jeden kreativen Höhenflug vergessen kann, aber solche Jobs muss es ja auch geben.
Dann kommt es auch sehr stark darauf an, was das Endergebnis sein soll. Wenn ich eine statische Website machen muss, die mehr oder weniger komplett auf einem Photoshop-Webdesign beruht, so ist das ein anderer Workflow als wenn ich z.B. ein Template für ein anspruchsvolles Content Management System produzieren oder anpassen muss. Im ersten Fall kann ich noch recht klar definierte Abläufe benutzen, im zweiten muss ich mich sehr gut im Code auskennen und viel zu Fuß machen und es bleibt vieles Klein- und Handarbeit.